Es geht um Respekt

Wer 35 Jahre lang gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt, Kinder groß gezogen oder Angehörige gepflegt hat, soll im Alter mehr haben als nur Grundsicherung haben. Das ist der Kern der Grundrente, die Sozialminister Hubertus Heil vorschlägt.

Die Grundrente bedeutet Anerkennung für die Lebensleistung von Menschen und Gerechtigkeit, dass sich jahrzehntelange Arbeit lohnt - auch im Alter.

Was bedeutet die Grundrente konkret? Ein Beispiel: Eine Friseurin, ein Lagerarbeiter oder ein Paketbote, die 40 Jahre auf dem Niveau des Mindestlohns voll gearbeitet haben, erhalten derzeit eine monatliche Rente von 512 Euro. Mit der Grundrente würden sie künftig eine Monatsrente von 961 Euro bekommen.

Immer mehr Menschen leben in Altersarmut, obwohl sie jahrelang gearbeitet oder Angehörige gepflegt haben. Das ist einer sozialen Gesellschaft unwürdig. Drei bis vier Millionen Menschen könnten von der Grundrente profitieren - ein Großteil davon Frauen. Die Grundrente gibt ihnen die Anerkennung und den Respekt, den sie für ihre Lebensleistung verdienen.

Die Grundrente würde einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag pro Jahr kosten, finanziert aus Steuermitteln. Ich finde: Das sollte es uns wert sein. Denn die Grundrente ist ein sehr wichtiger Beitrag für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.

Eine Bedürftigkeitsprüfung ist in Heils Vorschlag für die Grundrente nicht vorgesehen. Das heißt, für eine Grundrente müssten Menschen nicht zum Sozialamt und dort ihre Vermögensverhältnisse offen legen, wie es zum Beispiel bei Hartz IV der Fall ist.

Die Union hat den Vorschlag von Hubertus Heil scharf kritisiert. Über die Frage der Bedürftigkeitsprüfung und Finanzierung kann man diskutieren. Außer Frage steht jedoch: Die Grundrente muss kommen. Und die Grundrente muss mehr sein als die Grundsicherung.

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