Quelle: www.burkina.at
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Fünf Jahre EU-Osterweiterung –
ein Erfolg für Europa


Im Mai feiern wir den fünften Jahrestag der Erweiterung der Europäischen Union mit den Ländern aus Mittel- und Osteuropa. Zehn Staaten mit ca. 75 Millionen Einwohner/-innen wurden 2004 Mitglied der EU, zwei Staaten – Bulgarien und Rumänien – folgten drei Jahre später. Die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte Europas wurde von viel Skepsis aber auch Euphorie begleitet. Was ist im Jahr 2009 davon geblieben?


Fest steht: Die Aufnahme der östlichen Länder gilt als Ereignis von historischer Dimension. Die Erweiterung der EU markierte das endgültige Ende der durch den Kalten Krieg verursachten Teilung des Kontinents. Sie war gleichzeitig eine enorme politische Herausforderung wie eine einmalige Gelegenheit, einen wesentlichen Beitrag zur Konsolidierung und Stabilisierung der jungen Demokratien in Ost- und Mitteleuropa zu leisten. Wirtschaftliche Dynamik und bürgerliche Freiheiten konnten sich auf dieser Grundlage entwickeln.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, dass der Beitritt der ost- und mitteleuropäischen Länder auch wirtschaftlich als Erfolg zu bewerten ist. Ohne die wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit in Europa, den Euro und die Stabilitätskriterien, aber auch ohne den Austausch über Konjunkturanreize und die gegenseitige Hilfe, hätten viele Staaten in der Wirtschaftskrise noch größere Schwierigkeiten als es gegenwärtig der Fall ist.


Beitrittsperspektive aufrecht erhalten

Bereits das Bestreben, in der EU Mitglied zu werden, ist ein wesentlicher Faktor für Demokratie und Stabilität in den potenziellen Kandidatenländern. Europa unterstützt mit der Perspektive eines künftigen Beitritts dringend notwendige Reformen in den betreffenden Staaten, nicht zuletzt in der Justiz- und Menschenrechtspolitik oder bei der Korruptionsbekämpfung. So müssen die Staaten des westlichen Balkans spätestens seit 2003 große Anstrengungen leisten. Dies gilt in gleicher Weise für die Türkei.

Der Gipfel von Thessaloniki bestätigte die Integration der möglichen Beitrittskandidaten in die EU als künftiges Ziel. Gleichzeitig hat sich die EU darauf verständigt, vor einer nächsten Runde der Erweiterung zunächst die notwendigen Schritte der Vertiefung zu gehen. Das bedeutet, dass zunächst der Vertrag von Lissabon in Kraft treten sollte, bevor weitere Beitritte erfolgen. Die Erweiterung 2006 hat gezeigt, dass Europa eine bessere vertragliche Grundlage benötigt, um auch in der Zukunft handlungsfähig zu sein. Trotz dieser notwendigen Verbindung von Erweiterung und Vertiefung ist es richtig, den Staaten des westlichen Balkans eine klare Perspektive eines Beitritts zur EU zu geben. Sie gehören zu Europa! Und die Ereignisse auf dem Balkan in den 1990er Jahren dürfen sich niemals wiederholen!


Für Partnerschaft und Zusammenarbeit

Europa braucht eine gute Zusammenarbeit mit den Ländern im Osten und Südosten. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass die EU Anfang Mai auf dem Gipfel von Prag mit ihren sechs östlichen Nachbarländern Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Moldawien, die Ukraine und Weißrussland eine neue Partnerschaft besiegelt hat. Mit vielen Förderprojekten, zollfreiem Handel oder visafreiem Reisen werden nicht nur Fortschritte bei demokratischen und marktwirtschaftlichen Reformen ermöglicht, sondern die Partnerschaft sorgt auch für mehr Sicherheit in ganz Europa.


Vorbehalte ernst nehmen

Neben den zahlreichen Vorteilen, die die EU-Erweiterung gebracht hat, existieren auch Ängste bei den Bürgerinnen und Bürgern der EU, die ernst genommen werden müssen. Die Diskussionen über Lohndumping und soziale Gerechtigkeit zeigen, dass Erweiterungen sorgfältig vorbereitet und durch gute Regelungen im Europäischen Binnenmarkt begleitet werden müssen. So wird die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011 nur dann zu keinen Störungen des deutschen Arbeitsmarktes führen, wenn einheitliche Standards in ganz Europa gelten und die Union sich nicht länger verweigert einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen.


Frieden und Stabilität in Europa

Das Wichtigste aber ist und bleibt: Europa schafft und sichert Frieden! Die Integration der ost- und mitteleuropäischen Länder war die richtige Konsequenz aus dem Zusammenbruch des Kommunismus. Nur so konnte die Teilung Europas überwunden werden – ein historischer Erfolg! Als Garant von Demokratie ist es die Aufgabe der EU, auch weiterhin für Frieden, Stabilität und Sicherheit des Kontinentes zu sorgen.




















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